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Kapitel 20 / Herbst in Vrndavana Die Kunde, wie Balarama Pralambasura tötete und wie Krsna den Waldbrand verschlang, verbreitete sich überall in Vrndavana. Die Kuhhirten schilderten ihren Frauen und den übrigen Dorfbewohnern diese wunderbaren Taten, und alle wurden in Erstaunen versetzt, als sie vernahmen, was im Wald von Vrndavana geschehen war. Sie schlossen daraus, dass Krsna und Balarama Halbgötter seien, die gütiger Weise in Vrndavana als ihre Kinder erschienen waren. Bald darauf kündigte sich die Regenzeit an. Nach der sengenden Hitze des Sommers ist die Regenzeit in Indien sehr willkommen. Die Menschen freuen sich über die Wolken, die sich am Himmel zusammenziehen und Sonne und Mond verdecken, und sie können den Regen gar nicht mehr erwarten. Nach dem Sommer wird der Beginn der Regenzeit als eine lebensspendende Quelle für jeden empfunden. Selbst Donner und gelegentliche Blitze werden freudig begrüßt. Der Wald von Vrndavana war durch die Regenfälle noch herrlicher geworden und hing voller reifer Datteln, Mangos, Brombeeren und anderen Früchten. Die Höchste Persönlichkeit Gottes, Sri Krsna, und Seine jungen Freunde sowie Balarama betraten den Wald, um sich an der Frische der neuen Jahreszeit zu erfreuen. Die Kühe wurden, da sie so junges, saftiges Gras zu fressen bekamen, überaus kräftig, und ihre Euter waren prall gefüllt. Wenn Krsna sie bei ihren Namen rief, kamen sie voller Zuneigung sofort zu Ihm gelaufen, und in ihrer Freude floss ihnen Milch aus den Eutern. So zog Sri Krsna voller Vergnügen durch den beim Govardhana-Hügel gelegenen Wald von Vrndavana. Am Ufer der Yamuna sah Er, dass die Bäume mit Bienennestern geschmückt waren, aus denen Honig tropfte. Am Govardhana-Hügel gab es viele Wasserfälle, deren liebliches Rauschen Krsna hören konnte, wenn Er in die Höhlen des Hügels hineinschaute. Als die Regenzeit noch nicht ganz vorüber war, sondern sich erst allmählich in den Herbst wandelte, setzten sich Krsna und Seine Gefährten - besonders wenn es im Wald regnete - unter einen Baum oder in die Höhlen des Govardhana-Hügels und genossen es, die reifen Früchte zu essen und sich mit grossem Vergnügen zu unterhalten. Wenn Sich Krsna und Balarama den ganzen Tag über im Wald aufhielten, ließ Ihnen Mutter Yasoda Früchte, Süßigkeiten und mit Joghurt vermischten Reis bringen. Krsna setzte Sich dann zum Essen auf einem flachen Felsen am Ufer der Yamuna nieder, und während Krsna, Balarama und Ihre Freunde gemeinsam schmausten, beobachteten sie die Kühe, Kälber und Stiere. Die Kühe schienen wegen ihrer schweren Euter vom Stehen ermüdet zu sein, doch wenn sie sich dann niederließen und das Gras wiederkäuten, wurden sie wieder fröhlich, und auch Krsna freute Sich bei ihrem Anblick. Er war stolz auf die Schönheit des Waldes, die nichts anderes als die Manifestation Seiner eigenen Energie war. Bei solchen Gelegenheiten liebte es Krsna, das besondere Wirken der Natur während der Regenzeit zu preisen. In der Bhagavad-gita heißt es, dass die materielle Energie, die Natur, in ihrem Wirken nicht unabhängig ist. Die Natur bewegt sich unter der Oberaufsicht Krsnas. In der Brahma-samhita wird gesagt, dass die materielle Natur, Durga, sich wie der Schatten Krsnas verhält. Die materielle Natur gehorcht jedem Befehl, der ihr von Krsna erteilt wird. Daher wurde auch die besondere Schönheit der Natur zur Regenzeit nach den Anweisungen Krsnas geschaffen. Schon bald wurden die Bäche, Teiche und Seen sehr klar und erquicklich, und überall wehten erfrischende Winde - es war Herbst. Der Himmel war von allen Wolken gänzlich reingefegt und hatte seine natürliche blaue Farbe zurückerhalten. Im Herbst sprießen die Lotosblumen auf den Seen in grosser Zahl, weil zu dieser Zeit keine Lilien mehr wachsen; sowohl die Lilien als auch die Lotosse wachsen durch den Sonnenschein, aber die glühende Sonne des Herbstes erlaubt es nur den Lotosblumen zu blühen. Während des Herbstes füllen sich die Felder mit reifem Getreide; dann bringen die Menschen mit grosser Freude die Ernte ein und begehen verschiedene Zeremonien, wie zum Beispiel das Navanna-Opfer, bei dem der Höchsten Persönlichkeit Gottes frischgeerntetes Getreide dargebracht wird. Das frische Getreide wird zuerst in den verschiedenen Tempeln den Bildgestalten Gottes geopfert, und dann werden alle Menschen eingeladen, Süßreis zu essen, der aus dem Reis dieser Ernte zubereitet wurde. Es gibt noch andere religiöse Zeremonien und Verehrungsriten, vor allem in Bengalen, wo die größte dieser Zeremonien, die Dura-puja, abgehalten wird. Wegen der Anwesenheit der Höchsten Persönlichkeit Gottes, Krsna und Balarama, war der Herbst in Vrndavana damals besonders schön. Mit dem Einzug des Herbstes war es der Kaufmannsklasse, dem königlichen Stand und den grossen Weisen wieder möglich, umherzureisen, um ihre jeweiligen Ziele zu erreichen. vorheriges Kapitel zur Übersicht nächstes Kapitel
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