|
vorheriges Kapitel
zur Übersicht nächstes
Kapitel 46 / Krsnas Botschaft an die gopis Als die gopis Uddhava sahen, bemerkten sie, dass er fast genauso aussah wie Krsna, und daran erkannten sie, dass er ein grosser Geweihter Krsnas sein musste. Er hatte sehr lange Hände, und seine Augen glichen den Blütenblättern einer Lotosblume. Mit seinem gelben Gewand, seiner Girlande aus Lotosblumen und seinem Außergewöhnlich schönen Gesicht sah Uddhava fast genau gleich aus wie Krsna; er hatte die sarupya-Befreiung erlangt, weshalb er die gleichen körperlichen Merkmale aufwies wie der Herr. In Krsnas Abwesenheit hatten es sich die gopis zur Pflicht gemacht, frühmorgens Mutter Yasoda mit einem Besuch zu ehren. Sie wussten, dass Nanda Maharaja und Mutter Yasoda sehr bekümmert waren, und daher sahen sie es als ihre erste Pflicht an, diesem Elternpaar, den ehrwürdigsten Persönlichkeiten von Vrndavana, täglich ihre Achtung zu erweisen. Wenn Nanda und Yasoda Krsnas Freundinnen sahen, wurden sie an Krsna Selbst erinnert und dadurch ein wenig getröstet, und auch die gopis freuten sich jedes Mal sehr, wenn sie Nanda und Yasoda sahen. Als die gopis sahen, dass Uddhava Krsna sogar in seinem Äußeren glich, kamen sie zu dem Schluss, dass er eine der Höchsten Persönlichkeit Gottes völlig ergebene Seele sein müsse. Sie fragten sich daher: "Wer ist dieser Jüngling nur, der so aussieht wie Krsna? Seine Augen gleichen ebenfalls den Blütenblättern einer Lotosblume, er hat die gleiche hervorstehende Nase und das gleiche schöne Antlitz, und er lächelt genauso bezaubernd wie Krsna. Er gleicht in jeder Beziehung Krsna, Syamasundara, dem schönen schwärzlichen Jüngling. Er ist sogar genau wie Krsna gekleidet. Woher kommt er? Wer ist das glückliche Mädchen, das ihn zum Gemahl hat?" So sprachen sie untereinander. Die gopis waren sehr begierig, etwas über Uddhava zu erfahren, und weil sie einfache, unkomplizierte Dorfmädchen waren, drängten sie sich neugierig um Uddhava. Als die gopis erfuhren, dass Uddhava eine Botschaft von Krsna mit sich brachte, freuten sie sich sehr, und so führten sie ihn an einen ruhigen Ort, wo sie ihn baten, sich niederzusetzen. Sie wollten völlig ungestört mit Uddhava sprechen, ohne vor fremden Zuhörern in Verlegenheit geraten zu müssen. Sie hießen ihn mit höflichen Worten und in grosser Ergebenheit willkommen. "Uns ist bekannt, dass du ein enger Vertrauter von Krsna bist und dass Er dich deshalb hierher nach Vrndavana geschickt hat, um Seinen Vater und Seine Mutter zu trösten. Die Zuneigung zur eigenen Familie ist sehr stark. Sogar grosse Weise, die in den Lebensstand der Entsagung getreten sind, sind nicht in der Lage, ihre Familie völlig aufzugeben. Sicherlich hat Krsna dich aus diesem Grund zu Seinem Vater und Seiner Mutter geschickt, denn ansonsten ist Ihm nichts mehr an Vrndavana gelegen. Nun, wo Er in der Stadt lebt, können Ihm das Dorf Vrndavana und das Weideland der Kühe gleichgültig sein. Dies alles hat für Krsna keinerlei Wert mehr, denn Er ist ein Stadtbewohner geworden. Bestimmt macht Er Sich nichts aus denjenigen, die nicht zu Seinen Familienangehörigen zählen. Freundschaften mit Menschen, die Außerhalb der Familie stehen, dauern nur so lange, wie man ein eigennütziges Interesse an ihnen hat. Warum sonst sollte man sich mit solchen Nicht-Familienmitgliedern abgeben, erst recht, wenn es sich dabei um verheiratete Frauen handelt? Krsna interessiert Sich nur so lange für sie, wie sie Ihm für Seine Sinnenbefriedigung nützlich sind. Er ist wie die Biene, die nur so lange auf einer Blume sitzt, bis sie allen Honig eingesammelt hat. Es ist nur natürlich und psychologisch leicht erklärbar, dass eine Dirne ihren Liebhaber links liegen lässt, wenn er kein Geld mehr hat. Ebenso ist es mit den Bürgern, die ihr Land verlassen, wenn sie sehen, dass die Regierung nicht fähig ist, sie ausreichend zu beschützen. Ein Schüler bricht seine Beziehung zu Lehrern und Schule ab, sobald seine Ausbildung abgeschlossen ist. Wenn ein Priester von dem Tempelbesucher Geld bekommen hat, kümmert er sich nicht mehr um ihn. Wenn ein Baum all seine Früchte verloren hat, haben die Vögel kein Interesse mehr an ihm. Sobald ein Gast im Hause seines Wirtes gespeist hat, gibt er seine Beziehung zu ihm auf. Wenn nach einem Waldbrand kein frisches Gras mehr zu finden ist, verlassen die Rehe und die anderen Tiere den Wald. Ebenso trennt sich auch ein Mann wieder von seiner Freundin, wenn er ihre Gemeinschaft genug genossen hat." Auf diese Weise führten die gopis viele Vergleiche an, mit denen sie Krsna für Sein Verhalten ihnen gegenüber indirekt anklagen wollten. Uddhava verstand, dass die gopis von Vrndavana völlig in Gedanken an Krsna und Seine Kindheitsspiele vertieft waren. Während sie mit Uddhava über Krsna sprachen, vergaßen sie all ihre Haushaltspflichten. Und sie vergaßen sogar sich selbst, weil ihre Sehnsucht nach Krsna immer stärker wurde. Eine der gopis, nämlich Srimati Radharani, war aufgrund Ihres engen, vertraulichen Umgangs, den Sie mit Krsna gehabt hatte, so tief in Gedanken an Ihn versunken, dass Sie mit einer Hummel zu sprechen begann, die in Ihrer Nähe umherflog und versuchte, Ihre Lotosfüße zu berühren. Während eine andere gopi mit Krsnas Boten Uddhava sprach, hielt Srimati Radharani jene Hummel für einen Boten Krsnas und wandte Sich mit folgenden Worten an sie: "Hummel, du trinkst gern den Nektar aus den Blüten, und daher hat es dir gefallen, Krsnas Bote zu sein, der von gleichem Wesen ist wie du. Ich habe an deinem Bart die Spuren von dem roten kunkuma-Puder entdeckt, der an Krsnas Blumengirlande haften blieb, als Er die Brust eines anderen Mädchens, das Meine Rivalin ist, an Sich drückte. Du bist bestimmt sehr stolz darauf, dass du diese Girlande berühren durftest, und dein Bart ist ganz rötlich geworden. Du bist hier hergekommen, um Mir eine Botschaft zu bringen. Du möchtest Meine Füße berühren, aber, Meine liebe Hummel, Ich warne dich: Rühr Mich nicht an! Ich möchte keine Botschaften von deinem flatterhaften Meister. Du bist der flatterhafte Diener eines flatterhaften Meisters." Sie sprach weiter zur Hummel: "Dein Meister Krsna hat genau das gleiche Wesen wie du. Du setzt dich auf eine Blume nieder, nimmst ein wenig Honig von ihr und fliegst gleich zur nächsten Blume, um dort von ihrem Honig zu kosten. Du bist genau wie dein Meister Krsna. Er ließ Mich nur einmal die Berührung Seiner Lippen kosten, und dann verließ Er uns einfach. Ich weiß auch, dass die Glücksgöttin Laksmi, die im Herzen der Lotosblume lebt, sich ständig in Krsnas Dienst beschäftigt. Ich kann jedoch nicht verstehen, warum sie so von Krsna betört worden ist und warum sie so sehr an Ihm hängt, obwohl sie Seinen wahren Charakter kennt. Vielleicht ist sie einfach von Krsnas lieblichen Worten betört worden und konnte deshalb nicht Sein wahres Wesen erkennen. Dagegen sind wir viel klüger, denn wir lassen uns nicht noch einmal von Krsna oder Seinem Boten betrügen." Srimati Radharani fuhr fort: "Du einfältige Hummel, du versuchst Mich froh zu stimmen und eine Belohnung dafür zu bekommen, indem du Krsnas Herrlichkeit besingst, doch du bemühst dich vergeblich. Wir besitzen nichts mehr, und wir sind getrennt von unserem Zuhause und unseren Familien. Außerdem kennen wir Krsna sehr gut, sogar noch besser als du. Was immer du also über Ihn erzählen wirst, sind alte Geschichten für uns. Krsna hält Sich nun in der Stadt auf, wo Ihn alle als Arjunas Freund kennen. Er hat nun viele neue Freundinnen, die in Seiner Gemeinschaft gewiss sehr glücklich sind. Sie sind glücklich, weil Krsna das lustvoll brennende Gefühl in ihren Brüsten gestillt hat. Wenn du zu ihnen gehst und dort Krsna preist, wirst du bestimmt mehr Erfolg haben, und du wirst sogar eine Belohnung bekommen. Du versuchst Mich durch Schmeicheleien zu trösten, und deshalb hast du deinen Kopf unter Meine Füße gelegt. Aber Ich durchschaue deinen Trick, weiß Ich doch, dass du von einem grossen Schwindler, Krsna, geschickt worden bist. Deshalb verlass Mich bitte. Ich kann Mir denken, dass du sehr geschickt darin bist, zwei Streitende miteinander zu versöhnen, doch gleichzeitig muss Ich dir sagen, dass Ich sowohl dir als auch deinem Meister, Krsna, nicht mehr vertrauen kann. Wir haben unsere Familien, Ehemänner, Kinder und alle Verwandten nur wegen Krsna verlassen, aber Er fühlte Sich uns gegenüber nicht im geringsten verpflichtet und hat uns unserem Schicksal überlassen. Denkst du also, dass wir Ihm jemals wieder unser Vertrauen schenken würden? Wir wissen, dass Krsna nicht lange ohne die Gemeinschaft junger Frauen leben kann. Das ist Sein Wesen. Er dürfte jedoch in Mathura auf einige Schwierigkeiten stoßen, denn Er ist jetzt nicht mehr im Dorf unter unschuldigen Kuhhirtenmädchen. Er verkehrt nun in aristokratischen Kreisen, und daher fällt es Ihm sicherlich nicht leicht, mit den jungen Mädchen dort Freundschaft zu schließen. Vielleicht bist du deshalb nach Vrndavana gekommen, um wieder für Ihn zu freien oder um uns nach Mathura zu holen. Doch warum sollte Krsna erwarten, dass wir nach Mathura kommen? Er ist in der Lage, nicht nur die Mädchen von Vrndavana oder Mathura zu betören, sondern alle Frauen im ganzen Universum. Sein wundervolles Lächeln ist so bezaubernd und die Bewegung Seiner Augenbrauen so schön, dass Er jede Frau von den himmlischen, den mittleren und den plutonischen Planeten zu Sich rufen kann. Maha-Laksmi, die hervorragendste aller Glücksgöttinnen, sehnt sich ebenfalls ständig danach, Ihm einen kleinen Dienst darbringen zu dürfen. Wer sind wir schon im Vergleich zu all diesen Frauen des Universums? Wir sind unbedeutend. Krsna bezeichnet Sich Selbst als sehr großherzig, und Er wird von grossen Heiligen gepriesen. Doch wenn Er Seine guten Eigenschaften tatsächlich unter Beweis stellen möchte, dann würde Er ein wenig Mitleid mit uns haben, denn wir sind von Ihm mit Füßen getreten und vernachlässigt worden. Du armer Bote, du bist einfach nur ein Diener mit wenig Intelligenz. Du weißt nicht viel über Krsna, wie undankbar und hartherzig Er gewesen ist - nicht nur in diesem, sondern auch in Seinen früheren Leben. Unsere Großmutter Paurnamasi hat uns dies alles erzählt. Sie hat uns verraten, dass Krsna vor Seiner jetzigen Geburt in einer ksatriya-Familie erschienen war und Ramacandra hieß. Damals tötete Er Vali, einen Feind Seines Freundes, hinterlistig wie ein Jäger, statt ihn auf eine Art zu besiegen, die sich für einen ksatriya geziemt. Der Jäger sucht sich ein sicheres Versteck und erlegt von dort aus ein Tier, ohne ihm gegenüberzutreten. Ramacandra hätte also wie ein richtiger ksatriya mit Vali Mann gegen Mann kämpfen müssen, doch auf den Rat Seines Freundes hin tötete Er Seinen Gegner aus dem Hinterhalt, indem Er Sich hinter einem Baum versteckte. Somit verletzte Er die religiösen Prinzipien der ksatriyas. Außerdem war Er so sehr von der Schönheit einer Frau namens Sita betört, dass Er Surpanakha, die Schwester Ravanas, verunstaltete, indem Er ihre Nase und ihre Ohren abschnitt. Surpanakha hatte Ihm nämlich einen Antrag gemacht, und als ksatriya hätte Ramacandra ihren Wunsch erfüllen müssen. Doch Er war so selbstsüchtig, dass Er Sitadevi nicht vergessen konnte und deshalb Surpanakhas Gesicht entstellte. Vor Seinem Leben als ksatriya war Er als brahmana-Knabe namens Vamanadeva geboren worden und hatte damals Bali Maharaja um eine kleine Spende gebeten. Der König war so großzügig, Ihm alles zu geben, was er besaß, doch Krsna als Vamanadeva nahm ihn, undankbar wie Er ist, wie eine Krähe gefangen und stieß ihn in das Patala-Königreich hinab. Wir kennen Krsna sehr gut und wissen ganz genau, wie undankbar Er ist. Doch hier beginnt unsere Schwierigkeit: Obwohl Er so grausam und hartherzig ist, fällt es uns sehr schwer, nicht mehr über Ihn zu sprechen. Und wir sind nicht die einzigen, die nicht aufhören können, über Ihn zu sprechen, ja selbst die grossen Weisen und Heiligen sprechen ständig über Ihn. Wir gopis von Vrndavana wollen nichts mehr mit diesem blauschwarzen Jüngling zu tun haben, doch ehrlich gesagt wissen wir nicht, wie es uns jemals gelingen soll, aufzuhören, uns an Ihn zu erinnern und über Seine Taten zu sprechen." "Meiner Meinung nach", fuhr Srimati Radharani fort, "sollte man am besten gar nicht erst von Krsna hören, denn sowie ein Tropfen des Nektars Seiner transzendentalen Spiele in das Ohr dringt, wird man augenblicklich über die Dualität von Zuneigung und Widerwillen erhoben, und wenn man auf diese Weise völlig von der Verunreinigung materieller Anhaftung befreit ist, gibt man die Anhaftung an die materielle Welt, an Familie, Zuhause, Frau, Kinder und alles andere, was jedem Menschen materiell lieb ist, auf. Wenn man dann aller materiellen Besitztümer beraubt ist, macht man seine Verwandten und sich selbst unglücklich. In diesem Zustand sucht man dann ständig nach Krsna, sowohl als Mensch als auch in anderen Lebensformen, sogar als Vogel, und führt freiwillig das Leben eines Wandermönchs. Es ist sehr schwierig, Krsna, Seinen Namen, Seine Eigenschaften, Seine Gestalt, Seine Spiele, Seine Umgebung und alles, was sonst noch mit Ihm verbunden ist, wirklich zu verstehen." Darauf sagte Srimati Radharani zu dem schwarzen Boten Krsnas: "Bitte sprich nicht mehr über Krsna. Es ist besser, über etwas anderes zu reden. Wir gopis sind bereits verloren, genau wie die schwarzgefleckten Rehe im Wald, die von den süßen Melodien des Jägers angelockt worden sind. Wir sind nämlich von den süßen Worten Krsnas angelockt worden und müssen immer wieder an das Glänzen Seiner Zehennägel denken. Mehr und mehr verlangt es uns danach, mit Ihm zusammenzusein, und deshalb bitte Ich dich: Sprich nicht mehr von Krsna." Während Radharani so mit der Hummel redete, entschwand diese plötzlich Ihren Augen. In Ihrer Trennung von Krsna war Radharani voller Klagen gewesen, und daher empfand Sie grosse Ekstase, als Sie mit der Hummel sprechen konnte. Als die Hummel dann aber plötzlich verschwand, wurde Sie fast wie von Sinnen, denn Sie befürchtete, der Hummelbote könnte zu Krsna zurückkehren und Ihm alles verraten, was Sie gegen Ihn gesagt hatte. Sie dachte: "Krsna ist bestimmt sehr betrübt, wenn Er Meine Klagen vernimmt." Auf diese Weise wurde Sie von einer anderen Art der Ekstase überwältigt. Unterdessen erschien die Hummel, die nur ein wenig umhergeflogen war, wieder vor Ihr. "Krsna ist Mir nicht böse", sagte Sich Radharani sogleich. "Obwohl Sein Bote Meine verletzenden Worte überbracht hat, war Er so gütig, die Hummel wieder zu Mir zu schicken, damit sie Mich zu Ihm bringt." Diesmal war Srimati Radharani sehr darauf bedacht, nichts gegen Krsna zu sagen. "Mein lieber Freund, sei Mir willkommen", sprach Sie. "Es war sehr gütig von Krsna, dich wieder hier herzuschicken. Krsna ist so gütig und zuneigungsvoll zu Mir, dass Er dich glücklicherweise wieder hier hersandte, obgleich du Ihm Meine abweisenden Worte überbracht hast. Mein lieber Freund, du kannst Mich um alles bitten, was du möchtest. Ich werde dir alles geben, weil du so freundlich zu Mir bist. Du bist gekommen, um Mich zu Krsna zu bringen, denn Er kann Mathura nicht verlassen, wo Er von vielen neuen Freundinnen umgeben wird. Aber du bist ja nur ein kleines Bienlein, wie könntest du Mich dorthin tragen? Wie willst du Mir helfen, Krsna zu treffen, der nun neben der Glücksgöttin liegt und sie an Seine Brust drückt? Aber mach dir keine Sorgen. Lass uns einfach vergessen, dass es Mein Wunsch war, dort hinzugehen oder dich dort hinzuschicken. Erzähle Mir viel lieber, wie es Krsna in Mathura geht. Erinnert Er Sich noch an Seinen Pflegevater Nanda Maharaja und Seine zärtliche Mutter Yasoda, und denkt Er manchmal auch an Seine Freunde, die Kuhhirtenjungen, und an Seine bedauernswerten Freundinnen, wie wir es sind, die gopis? Sicherlich denkt Er hin und wieder an uns, denn wir dienten Ihm wie Mägde, ohne Bezahlung. Sag Mir, dürfen wir noch hoffen, dass Krsna eines Tages wieder zurückkommt und uns in Seine Arme schließt, so dass uns der aguru-Duft Seines Körpers wieder zuteil wird? Wenn du Krsna wiedersiehst, dann frage Ihn bitte." Uddhava stand in der Nähe und hörte Radharani zu, während Sie so sprach, als hätte Sie die Sehnsucht nach Krsna verrückt gemacht. Es erstaunte ihn Außerordentlich, wie die gopis ununterbrochen in der höchsten Ekstase der maha-bhava-Liebe an Krsna dachten. Er hatte eine handgeschriebene Botschaft Krsnas bei sich und wollte sie nun den gopis vorlesen, um sie zu beruhigen. Er sagte daher: "Liebe gopis, für euch ist die Bestimmung des menschlichen Lebens erfüllt, denn ihr seid alle wunderbare Geweihte der Höchsten Persönlichkeit Gottes; deshalb seid ihr es wert, von allen Menschen verehrt zu werden. Überall auf den drei Welten gebührt euch die Verehrung, denn ihr seid auf unvergleichliche Weise in Gedanken an Vasudeva, Krsna, vertieft. Er ist das Ziel aller frommen Tätigkeiten und rituellen Zeremonien, wie dem Geben von Spenden, dem Aufsichnehmen von Entsagungen, Gelübden und Bußen und dem Darbringen von Opfern im Opferfeuer. Er ist das Ziel der gesamten Vielfalt von mantras, das Ziel des Studiums der Veden, der Beherrschung der Sinne und der Konzentration des Geistes durch Meditation. Dies sind einige der Vorgänge, um zur Selbstverwirklichung und zur Vollkommenheit des Lebens zu gelangen. Im Grunde genommen sind sie aber einzig und allein dazu bestimmt, die Menschen dahin zu bringen, Krsna zu erkennen und sich dem transzendentalen liebevollen Dienst für die Höchste Persönlichkeit Gottes zu weihen." Da die Vollkommenheit solcher Entsagungen im Leben der gopis vollständig ihren Ausdruck findet, war Uddhava völlig zufrieden, als er die transzendentale Position der gopis sah. Er sagte deshalb: "Meine lieben gopis, die Gefühle, die ihr in eurer Beziehung zu Krsna entwickelt habt, sind nur äußerst schwer zu erreichen, sogar für die grossen Weisen und Heiligen. Ihr habt die höchste, vollkommene Stufe des Lebens erreicht. Es ist zu eurem grossen Segen, dass ihr euren Geist auf Krsna gerichtet und euch entschlossen habt, nur noch für Krsna zu leben und um Seinetwillen eure Familie, euer Zuhause, eure Verwandten, eure Ehemänner und Kinder aufzugeben. Weil euer Geist nun völlig in Krsna, die Höchste Seele, versunken ist, hat sich in euch automatisch allumfassende Liebe entwickelt. Ich schätze mich sehr glücklich, dass es mir durch eure Gnade vergönnt ist, euch in dieser transzendentalen Stellung zu sehen." Aber Uddhava hatte bereits angekündigt, dass er eine Botschaft von Krsna bei sich habe, und diese Botschaft interessierte die gopis viel mehr als die Lobpreisung ihrer eigenen erhabenen Stellung. Sie liebten es nicht sonderlich, selbst gepriesen zu werden, vielmehr drängten sie ungeduldig und neugierig darauf, Krsnas Botschaft zu hören. Uddhava sagte also: "Meine lieben gopis, ich habe das Vorrecht bekommen, euch diese Botschaft zu überbringen, die ihr so einzigartige erhabene Gottgeweihte seid. Krsna hat mich ausgewählt, weil ich Sein Vertrautester Diener bin." Uddhava jedoch händigte die Botschaft, die ihm Krsna übergeben hatte, nicht an die gopis aus, sondern er zog es vor, sie selbst vorzulesen. Uddhava sagte also: "Dies sind die Worte der Höchsten Persönlichkeit Gottes: 'Meine lieben gopis, Meine lieben Freundinnen, bitte wisset, dass es zu keiner Zeit, nirgendwo und unter keinen Umständen möglich ist, dass wir voneinander getrennt sind, denn Ich bin alldurchdringend.'" Weiter hieß es in Krsnas Brief: "Transzendentales Wissen über das Absolute ist nicht mehr notwendig für euch, denn ihr habt Mich schon von Anbeginn eures Lebens geliebt." Die gopis litten nicht aufgrund irgendwelcher Einflüsse der materiellen Existenz, sondern aufgrund ihrer Trennung von Krsna. Deshalb schrieb Krsna: "Meine lieben gopis, Ich habe euch absichtlich verlassen, um eure unübertreffliche Liebe zu Mir zu steigern. Ich habe dies getan, damit ihr ständig in Meditation über Mich versunken seid." Die gopis befinden sich auf der vollkommenen Stufe der Meditation. Wie bereits beschrieben wurde, gaben die gopis, die zur Zeit des rasa-Tanzes nicht bei Krsna sein konnten, ihren Körper auf - so sehr dachten sie an Krsna. Durch Krsnas persönliche Erklärung wurden die gopis von der Macht der Trennungsgefühle überzeugt. Sie erfuhren tatsächlich die übernatürliche Methode der Verehrung Krsnas, und sie waren sehr erleichtert, als sie verstanden, dass Krsna nicht von ihnen getrennt, sondern immer bei ihnen war. Deshalb empfingen die gopis Uddhava mit Freuden und sagten: "Wir haben gehört, dass König Kamsa, der der Yadu-Dynastie ständig Schwierigkeiten bereitete, nun endlich getötet worden ist. Das ist eine gute Nachricht, und wir hoffen, dass die Angehörigen der Yadu-Dynastie sehr glücklich sind, mit Krsna zusammenzusein, der alle Wünsche Seiner Geweihten erfüllt. Lieber Uddhava, bitte sage uns, ob Krsna noch manchmal an uns denkt, während Er Sich unter all den vornehmen Gesellschaftsmädchen von Mathura aufhält. Wir sind uns natürlich Bewusst, dass die Damen und Mädchen von Mathura keine einfachen Dorffrauen sind. Sie sind alle sehr gebildet und zudem von unvergleichlicher Schönheit. Ihre scheuen 1ächelnden Blicke und ihre anderen weiblichen Reize müssen Krsna sehr gefallen. Wir wissen nur zu gut, dass Krsna eine Vorliebe für schöne Frauen hat, und deshalb scheint es, dass Ihn die Frauen von Mathura gefangen haben. Lieber Uddhava, bitte verrate uns, ob Sich Krsna, umgeben von anderen Frauen, noch manchmal an uns erinnert." Eine andere gopi fragte: "Erinnert Er Sich noch an jene Mondnacht inmitten der kumada-Blumen, als Vrndavana so unsagbar schön wurde? Krsna tanzte mit uns, und die Luft war von dem Klingeln von Fußglöckchen erfüllt. Wir tauschten vertrauliche Worte aus. Erinnert Er Sich noch an jene Nacht? Wir erinnern uns noch gut daran, und diese Erinnerung schmerzt uns tief. Die Trennung von Krsna bewegt uns sehr, als brenne Feuer in unserem Körper. Hat Er Sich vorgenommen, nach Vrndavana zurückzukehren, um dieses Feuer zu löschen, genau wie eine Wolke am Himmel aufzieht, um mit ihrem niederströmenden Regen einen Waldbrand zu löschen?" Eine andere gopi sagte: "Krsna hat Seinen Feind getötet und mit diesem Sieg Kamsas Königreich gewonnen. Vielleicht hat Er inzwischen schon eine Königstochter geheiratet und lebt vergnügt im Kreis Seiner Verwandten und Freunde. Weshalb sollte Er also noch in unser Dorf Vrndavana kommen?" Eine andere gopi sagte: "Krsna ist die Höchste Persönlichkeit Gottes, der Gemahl der Glücksgöttin, und Er ist in Sich Selbst zufrieden. Warum sollte Er Sich also für uns, die Mädchen aus dem Wald von Vrndavana, oder für die Frauen aus der Stadt Mathura interessieren. Er ist die erhabene Überseele, und Er ist nicht auf Frauen angewiesen - weder in Vrndavana noch in Mathura." Wieder eine andere gopi sagte: "Es ist unvernünftig, wenn wir weiterhin hoffen, dass Krsna jemals nach Vrndavana zurückkehrt. Wir sollten statt dessen versuchen, in unserer Enttäuschung glücklich zu sein. Selbst die berühmte Prostituierte Pingala sagte einmal, Enttäuschung sei die höchste Freude. Doch obwohl wir dies alles wissen, fällt es uns sehr schwer, die Hoffnung aufzugeben, Krsna komme eines Tages wieder zu uns zurück. Wer könnte jemals ein vertrauliches Gespräch mit Krsna vergessen, an dessen Brust sich ständig die Glücksgöttin aufhält, obgleich Krsnas Zufriedenheit nicht von ihr abhängig ist? Mein lieber Uddhava, Vrndavana ist das Land der Flüsse, Wälder und Kühe. Hier ist der Klang der Flöte zu hören, und hier in dieser Atmosphäre erfreute Sich Krsna mit Seinem älteren Bruder, Sri Balarama, in unserer Gemeinschaft. Daher erinnert uns das Land von Vrndavana ständig an Krsna und Balarama. Seine Fußabdrücke sind immer noch auf dem Land von Vrndavana zu sehen, das der Wohnort der Glücksgöttin ist, und wegen dieser Spuren können wir Krsna nicht vergessen. Die gopis erklärten weiter, dass in Vrndavana immer noch Glück und Reichtum herrschten; was materielle Notwendigkeiten anging, so bestand keine Not und kein Mangel in Vrndavana, doch trotz dieses Wohlstandes konnten sie Krsna und Balarama nicht vergessen. "Wir denken ständig an die vielen zauberhaften Merkmale unseres schönen Krsna, Seine Art zu gehen, Sein Lächeln und Seine scherzenden Worte. Krsna hat uns hoffnungslos erobert, und wir können Ihn unmöglich vergessen. Kein Moment vergeht, wo wir Krsna nicht anflehen: ,Lieber Herr, lieber Gemahl der Glücksgöttin, lieber Herr von Vrndavana und Erlöser Deiner leidenden Geweihten! Wir sind in einen Ozean des Leids gefallen und darin versunken. Bitte komm deshalb nach Vrndavana zurück und rette uns aus dieser bemitleidenswerten Lage.'" Uddhava studierte eingehend den transzendentalen Außerordentlichen Zustand der gopis in ihrer Trennung von Krsna, und so hielt er es für das beste, ihnen immer wieder von den transzendentalen Spielen Krsnas zu erzählen. So gab auch Uddhava den gopis den Rat, einfach die Augen zu schließen und über die Spiele Krsnas zu meditieren, die sie seit dem Beginn ihrer Gemeinschaft mit Ihm miterlebt hatten, um so aus dem Feuer der Trennung gerettet zu werden. Von außen konnten sich die gopis Krsnas Spiele vergegenwärtigen, indem sie Uddhavas Erzählungen zuhörten, und innerlich, indem sie sich an diese Spiele erinnerten. Aus Uddhavas Erklärungen konnten sie verstehen, dass Krsna nicht von ihnen getrennt war. So, wie sie ständig an Krsna dachten, dachte auch Krsna in Mathura ständig an sie. Uddhavas Botschaft und seine Unterweisungen retteten die gopis vor dem unmittelbaren Tod, und die gopis ihrerseits wussten diese Segnung Uddhavas zu schätzen. Uddhava handelte praktisch als unterweisender spiritueller Meister der gopis, und dafür verehrten sie ihn so wie Krsna. Die gopis wurden durch die Erkenntnis, dass Krsna immer bei ihnen war, von ihrem transzendentalen Brennen erlöst. Im Innern, in ihrem Herzen, erinnerten sich die gopis an die Zeit, wo sie mit Krsna zusammengewesen waren, und von außen gab ihnen Uddhava erleuchtende Unterweisungen und half ihnen so, Krsna wahrzunehmen. Der Herr, die Höchste Persönlichkeit Gottes, wird in den vedischen Schriften als adhoksaja beschrieben, was bedeutet, dass Er für materielle Sinne nicht wahrnehmbar ist. Doch obwohl Er Sich jenseits der materiellen Sinneswahrnehmung befindet, weilt Er im Herzen eines jeden Lebewesens, und gleichzeitig ist Krsna auch durch Seinen alldurchdringenden Aspekt als Brahman allgegenwärtig. Wie im Srimad-Bhagavatam dargelegt wird, kann man alle drei Aspekte der Absoluten Wahrheit erkennen - nämlich Bhagavan, die Höchste Persönlichkeit Gottes, Paramatma, die lokalisierte Überseele, und das alldurchdringende Brahman -, indem man einfach das Verhalten der gopis bei ihrer Begegnung mit Uddhava studiert. Srinivasacarya erklärt, dass die sechs Gosvamis ständig in Gedanken an die Tätigkeiten der gopis vertieft waren. Auch Sri Caitanya Mahaprabhu empfahl die Art und Weise, wie die gopis die Höchste Persönlichkeit Gottes verehrten, und Er bezeichnete die Stufe der gopis als die höchste Vollkommenheit. Und Srila Sukadeva Gosvami versichert, dass jeder, der von der richtigen Quelle über die Beziehung der gopis zu Krsna hört und die Unterweisungen befolgt, die in diesem Zusammenhang gegeben werden, zur höchsten Stufe des hingebungsvollen Dienstes erhoben wird und die Lust nach materiellem Genuss aufgeben kann. Die gopis wurden durch Uddhavas Unterweisungen getröstet, und sie baten ihn, noch einige Tage länger in Vrndavana zu bleiben. Uddhava nahm ihre Bitte an, doch er blieb nicht nur für ein paar Tage, sondern für einige Monate bei ihnen. Er ließ sie ständig an die transzendentale Botschaft Krsnas und Seine Spiele denken, und die gopis hatten das Gefühl, direkt mit Krsna zusammenzusein. Während sich Uddhava in Vrndavana aufhielt, bereitete es allen Einwohnern grosse Freude, mit ihm Gemeinschaft zu haben, und die Tage, die sie damit zubrachten, über Krsnas Taten zu sprechen, schienen wie Augenblicke vorbeizufliegen. Vrndavanas natürliche Szenerie - die Gegenwart des Flusses Yamuna, die prächtigen Obstgärten, in denen Bäume mit den verschiedensten Früchten wuchsen, der Govardhana-Hügel, die Höhlen und die blühenden Blumen -, all dies inspirierte Uddhava dazu, die transzendentalen Spiele Krsnas zu erzählen. Die Einwohner von Vrndavana genossen die Gemeinschaft mit Uddhava genauso, wie sie einst die Gemeinschaft mit Krsna genossen hatten. Uddhava war von der Gemütshaltung der gopis tief beeindruckt, denn sie alle hingen bedingungslos an Krsna, und ihre Sehnsucht nach Krsna war für Uddhava eine Quelle grosser Inspiration. Er pflegte ihnen seine achtungsvollen Ehrerbietungen darzubringen, und er verfasste Lieder, die ihre transzendentalen Eigenschaften priesen: "Von allen Wesen, die die menschliche Form des Lebens angenommen haben, haben die gopis in einzigartiger Vollkommenheit die Bestimmung des Lebens erfüllt; ihre Gedanken weilen ständig bei den Lotosfüßen Sri Krsnas. Auch die grossen Weisen und Heiligen versuchen, in Meditation ständig an die Lotosfüße Krsnas zu denken, der Mukunda Selbst ist, derjenige, der Befreiung gewährt; doch die gopis, die den Herrn voller Liebe in ihr Herz geschlossen haben, befinden sich automatisch auf dieser Ebene, ohne auf irgendeinen Yoga-Vorgang angewiesen zu sein. Daraus geht hervor, dass jemand, der die Stufe der gopis erreicht hat, weder als Brahma noch in einer brahmana-Familie geboren werden muss und dass er nicht einmal die brahmanische Einweihung benötigt." Uddhava wusste die hohe Stufe der gopis zu würdigen und wünschte sich, vor ihnen niederzufallen und sich den Staub ihrer Lotosfüße auf sein Haupt zu streuen. Er wagte jedoch nicht, die gopis um den Staub ihrer Füße zu bitten, denn er befürchtete, dass ihnen dies unangenehm sein könnte. Vielmehr beschloss er, seinen Kopf ohne das Wissen der gopis mit dem Staub ihrer Füße zu bedecken, und daher wünschte sich Uddhava, ein unbedeutender Grashalm im Land von Vrndavana zu werden. Die gopis fühlten sich so sehr zu Krsna hingezogen, dass sie beim Erklingen Seiner Flöte augenblicklich ihr Zuhause, ihre Familien und Kinder verließen und sogar ihre Ehre und weibliche Schüchternheit vergaßen, um sofort zu Krsna zu eilen. Sie achteten nicht einmal darauf, ob sie auf dem Fußweg oder quer durch das Dickicht liefen. Unbemerkt wurden dabei die kleinen Gräser und Kräuter von Vrndavana mit dem Staub ihrer Füße gesegnet. Weil Uddhava es nicht wagte, sich den Staub von den Füßen der gopis in diesem Leben auf den Kopf zu streuen, sehnte er sich danach, einmal als Grashalm in Vrndavana geboren zu werden. Dann, so hoffte er, würde er den Staub von den Füßen der gopis erlangen können. Uddhava bewunderte das Außerordentliche Glück der gopis, die sich von allen materiellen Verunreinigungen befreit hatten, indem sie Krsnas Lotosfüße auf ihre hohen, schönen Brüste setzten; diese Lotosfüße werden nicht nur von der Glücksgöttin, sondern auch von solch erhabenen Halbgöttern wie Brahma und Shiva verehrt, und viele grosse Yogis meditieren ständig in ihrem Herzen über sie. Deshalb wünschte sich Uddhava, fortwährend darum beten zu können, mit dem Staub von den Lotosfüßen der gopis gesegnet zu werden. Die Gesänge der gopis über die transzendentalen Spiele Sri Krsnas werden überall in den drei Welten verehrt. Nachdem Uddhava einige Zeit in Vrndavana verbracht hatte, erwachte in ihm der Wunsch, wieder zu Krsna zurückzukehren, und so bat er Nanda Maharaja und Yasoda um die Erlaubnis, sie zu verlassen. Anschließend traf er sich noch einmal mit den gopis, und nachdem er auch sie um Erlaubnis gebeten hatte, bestieg er seine Kutsche, um nach Mathura zu fahren. Gerade als Uddhava abfahren wollte, erschienen die Bewohner von Vrndavana, allen voran Maharaja Nanda und Yasoda, um sich von ihm zu verabschieden, und sie überreichten ihm verschiedene Geschenke, wie man sie nur in Vrndavana findet. In ihrer tiefen Zuneigung zu Krsna traten ihnen Tränen in die Augen, als sie vor Uddhava standen. Sie alle baten Uddhava um seine Segnungen, so dass sie immer in der Lage sein würden, sich an Krsnas glorreiche Taten zu erinnern, ihren Geist auf Krsnas Lotosfüße zu richten, mit ihren Worten Krsna zu preisen und mit ihrem Körper in der ständigen Erinnerung an Krsna Ehrerbietungen darzubringen. Die Bewohner von Vrndavana sagten: "Es kümmert uns nicht, wo wir durch den Willen der höchsten Autorität und gemäß den Folgen unserer Tätigkeiten künftig geboren werden. Es ist nicht wichtig, wo wir geboren werden, solange wir einfach nur im Krsna-Bewusstsein beschäftigt sein dürfen, und dies ist unsere einzige Bitte." Nachdem Uddhava den hingebungsvollen Dienst von Krsnas reinen Geweihten in Vrndavana gebührend geehrt hatte, kehrte er nach Mathura zu seinem Herrn, Krsna, zurück. Bei seiner Ankunft brachte er Sri Krsna und Balarama als erstes seine achtungsvollen Ehrerbietungen dar, indem er sich vor Ihnen verbeugte, und erzählte Ihnen dann, in welch wundervolle Hingabe die Bewohner von Vrndavana versunken seien. Anschließend überreichte er Vasudeva, Krsnas Vater, und Ugrasena, Krsnas Großvater, die Geschenke der Bewohner von Vrndavana. vorheriges Kapitel zur Übersicht nächstes Kapitel
|