Krsna,
die höchste Persönlichkeit Gottes
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33. Respektvoll / Achtungsvoll
Jemand, der einem spirituellen Meister, einem brahmana und einem alten Menschen
gebührende Achtung entgegenbringt, wird als achtungsvoll angesehen. Wenn sich
höhergestellte Persönlichkeiten vor Krsna versammelten, erwies Krsna zunächst Seinem
spirituellen Meister, dann Seinem Vater und schließlich Seinem älteren Bruder Balarama
achtungsvolle Ehrerbietungen. So war Sri Krsna, der Lotosäugige, in all Seinen
Beziehungen zu anderen völlig glücklich und reinen Herzens.
34. Freundlich / Liebenswürdig
Jemand, der weder unverschämt wird noch ein eingebildetes Wesen zeigt, wird als
liebenswürdig bezeichnet. Krsnas freundliches Wesen zeigte sich, als Er die Arena
erreichte, in der Maharaja Yudhisthira, Krsnas älterer Vetter, ein RajasuyaOpfer
vorbereitet hatte. Maharaja Yudhisthira wußte, daß Krsna der Höchste Persönliche Gott
ist, und so ging er daran, von seinem Wagen zu steigen, um Krsna zu empfangen. Doch bevor
Yudhisthira herabsteigen konnte, war Sri Krsna schon von Seinem eigenen Wagen gesprungen
und fiel sogleich dem König zu Füßen.
35. Freisinnig / Großmütig
Jemand, dessen natürliches Wesen sehr mild ist, wird großmütig genannt. Im
Sisupalavadha gibt es eine Feststellung Uddhavas nach dem Raub des SyamantakaJuwels,
die bestätigt, daß Krsna so gütig und wohlgesinnt ist, daß Er, selbst wenn ein Diener
schwerer Vergehen angeklagt ist, diese nicht in Betracht zieht. Er nimmt nur den Dienst
zur Kenntnis, den der Gottgeweihte Ihm geleistet hat.
36. Scheu / Verschämt
Jemand, der bisweilen Demut und Verschämtheit zeigt, wird als verschämt bezeichnet. Wie
im Lalitamadhava beschrieben wird, wurde Krsnas Verschämtheit sichtbar, als Er den
GovardhanaHügel mit dem kleinen Finger Seiner linken Hand hochhob. Alle gopis
bewunderten Krsnas wunderbare Tat, und auch Krsna lächelte beim Anblick der gopis. Als
Krsnas Blick die Brüste der gopis streifte, begann Seine Hand zu zittern, und als die
Kuhhirten unter dem Hügel sahen, daß Seine Hand zitterte, wurden sie ein wenig
verstört. Es entstand ein großer Aufruhr, und sie alle begannen zu Krsna um Schutz zu
beten. Da lächelte (sein älterer Bruder) Sri Balarama, als Er sah, daß die Kuhhirten
sich fürchteten, weil der GovardhanaHügel zitterte. Als dann Krsna den Balarama
lächeln sah, dachte Er, Balarama habe bemerkt, daß Er die Brüste der gopis betrachtet,
und sogleich wurde Er verschämt.
37. Der Schutzherr der
ergebenen Seelen
Krsna ist der Schutzherr aller ergebenen Seelen. Ein Feind Krsnas lebte auf bei dem
Gedanken, daß er Krsna nicht zu fürchten brauchte, denn wenn er sich Ihm einfach ergab,
würde Krsna ihm allen Schutz gewähren.
38. Glücklich
Jeder, der ständig voll Freude und von allem Leid unberührt ist, wird als glücklich
bezeichnet. In Bezug auf Krsnas Freude wird berichtet, daß das Geschmeide, das Seinen
Körper und die Körper Seiner Königinnen schmückte, so schön war, daß nicht einmal
Kuvera, der Schatzmeister der himmlischen Planeten, davon träumen konnte. Das ständige
Tanzen vor den Toren von Krsnas Palästen entzog sich sogar der Vorstellung der
Halbgötter im himmlischen Königreich. Krsna kennt keinerlei Sorgen. Einmal gingen einige
der gopis an die Stelle, an der die brahmanas Opfer darbrachten und sagten: "Liebe
brahmanaFrauen, wisset daß nicht einmal der geringste Anflug von Sorge Krsna berühren
kann. Er kennt keinen Verlust; Er kennt keine Verleumdung; Er kennt keine Furcht; Er kennt
keine Unruhe, und Er kennt kein Unglück. Er ist immer nur von den Tänzerinnen von Vraja
umringt und erfreut Sich ihrer Gemeinschaft im rasaTanz."
39. Der wohlmeinende Freund der
Gottgeweihten
Krsnas Wohlwollen gegenüber Seinen Geweihten wurde in Seinem Kampf mit Bhisma deutlich,
wie im Ersten Canto des Srimad-Bhagavatam, 9. Kapitel, Vers 37, beschrieben wird. Als
Großvater Bhisma sterbend auf dem Bett aus Pfeilen lag, stand Krsna vor ihm, und Bhisma
erinnerte sich, wie gütig Krsna auf dem Schlachtfeld zu ihm gewesen war. Krsna hatte
versprochen, daß Er in der Schlacht von Kuruksetra keinerlei Waffe berühren werde, um
einer der beiden Seiten zu helfen; Er versprach, neutral zu bleiben. Obwohl Krsna Arjunas
Wagenlenker war, hatte Er versprochen, Arjuna nicht durch den Gebrauch irgendwelcher
Waffen zu helfen. Doch eines Tages entfaltete Bhisma, um Krsnas Versprechen aufzuheben,
einen solchen Kampfgeist, daß Arjuna in starke Bedrängnis geriet und Krsna verpflichtet
war, von Seinem Wagen zu steigen. Er hob ein zerbrochenes Wagenrad auf und lief auf
Großvater Bhisma zu wie ein Löwe, der auf einen Elefanten zuläuft, um ihn zu töten.
Großvater Bhisma erinnerte sich an diesen Zwischenfall und pries später Krsna für Sein
ruhmreiches Wohlwollen gegenüber Seinem Geweihten Arjuna, sogar auf die Gefahr hin, Sein
Versprechen zu brechen.
40. Durch Liebe beherrscht
Krsna fühlt Sich einem Gottgeweihten durch dessen liebevolle Haltung verpflichtet, und
nicht unbedingt wegen des geleisteten Dienstes. Niemand kann Krsna vollendet dienen. Er
ist so vollkommen und selbstgenügsam, daß Er es nicht nötig hat, daß Ihm der
Gottgeweihte dient. Es ist die liebevolle Haltung des Gottgeweihten, die Ihn zu Dank
verpflichtet. Ein sehr schönes Beispiel hierfür wurde deutlich, als Sudama Vipra Krsnas
Palast besuchte. Sudama Vipra war ein früherer Schulgefährte Krsnas, und weil er sehr
arm war, bat ihn seine Frau, Krsna aufzusuchen und um Hilfe zu bitten. Als Sudama Vipra in
Krsnas Palast kam, bereitete Krsna ihm einen würdigen Empfang; sowohl Er als auch Seine
Frau wuschen die Füße Sudama Vipras und erwiesen so dem brahmana Ihre Achtung. Als Krsna
Sich während des Empfangs Seiner liebevollen Beziehung zu Sudama in Seiner Kindheit
erinnerte, kamen Ihm die Tränen.
41. Allglückverheißend /
Glücksspendend
Jemand, der ständig glückspendender Wohlfahrtsarbeit zum Nutzen aller anderen nachgeht,
ist als Glückspender bekannt. Nachdem Sri Krsna den Erdplaneten verlassen hatte, begann
sich Uddhava an die Taten des Herrn zu erinnern und sagte: "Krsna erfreute alle
großen Weisen durch Seine wunderbaren Spiele. Er bereitete dem dämonischen Treiben des
grausamen Königsstandes ein Ende, beschützte alle Frommen und tötete alle grausamen
Kämpfer auf dem Schlachtfeld. Deshalb ist Er für alle Menschen glückspendend."
42. Überaus mächtig
Jemand, der seinen Feind ständig in Bedrängnis bringen kann, ist überaus mächtig. Als
Krsna auf unserem Planeten gegenwärtig war, vertrieb Er, so wie die mächtige Sonne alle
Dunkelheit vertreibt und sie zwingt, in Höhlen Schutz zu suchen, all Seine Feinde, die
wie die Eulen flohen, um außerhalb Seines Blickfeldes Schutz zu suchen.
43. Überall berühmt
Jemand, der für seinen makellosen Charakter bekannt ist, wird als berühmt bezeichnet.
Man sagt, daß die Ausbreitung von Krsnas Ruhm dem Mondlicht gleicht, das Dunkelheit in
Licht verwandelt. Mit anderen Worten, wenn KrsnaBewußtsein auf der ganzen Welt
gepredigt wird, wird sich die Dunkelheit der Unwissenheit und die Angst vor dem
materiellen Dasein in die Weiße der Reinheit, Friedfertigkeit und des Wohlstandes
verwandeln.
44. Beliebt
Jemand, den die Menschen im allgemeinen sehr gern mögen, wird als beliebt bezeichnet. Was
Krsnas Beliebtheit betrifft, so gibt es eine Stelle im Ersten Canto des Srimad-Bhagavatam,
11. Kapitel, Vers 9, die von Seiner Heimkehr von der Hauptstadt Hastinapura berichtet.
Während Er von Dvaraka abwesend war und an der Schlacht von Kuruksetra teilnahm, hatten
alle Einwohner von Dvaraka den Mut verloren. Als Er schließlich zurückkehrte, empfingen
Ihn die Bürger voll Freude und sprachen: "Lieber Herr, während Deiner Abwe
senheit von der Stadt verbrachten wir unsere Tage in der Dunkelheit der Nacht. So wie in
der Dunkelheit der Nacht jeder Augenblick wie ein langer Zeitraum erscheint, so erschien
uns, während Du fort warst, jeder Augenblick wie Millionen von Jahren. Die Trennung von
Dir ist uns einfach unerträglich." Dieser Vers zeigt, wie beliebt Krsna im ganzen
Land war.
45. Den Gottgeweihten zugeneigt
Obwohl Krsna der Höchste Persönliche Gott und daher niemandem gegenüber voreingenommen
ist, wird in der Bhagavadgita (9.29) gesagt, daß Er einem Geweihten, der Seinen Namen
mit Liebe und Hingabe verehrt, besonders zugetan ist. Als Krsna auf unserem Planeten
weilte, drückte ein Gottgeweihter seine Gefühle so aus: "Mein lieber Herr, wärest
Du nicht auf diesem Planeten erschienen, hätten die asuras (Dämonen) und Atheisten ohne
Zweifel den Gottgeweihten übel mitgespielt. Ich kann mir das Ausmaß des Schadens, der
durch Deine Gegenwart verhindert wurde, nicht vorstellen."
46. Wirkt auf alle Frauen
anziehend
Im Zehnten Canto des Srimad-Bhagavatam, 90. Kapitel, Vers 26, sagt ein Gottgeweihter über
die Königinnen von Dvaraka folgendes: "Wie soll ich die Herrlichkeit der Königinnen
von Dvaraka beschreiben, die persönlich im Dienst des Herrn tätig waren? Der Herr ist so
groß, daß allein durch das Chanten Seines Namens alle großen Weisen wie Narada
transzendentale Glückseligkeit erfahren können. Was kann man also über diese
Königinnen sagen, die jeden Augenblick den Herrn sahen und Ihm persönlich dienten?"
47. In jeder Hinsicht
verehrenswert
Jemand, der von allen Menschen und Halbgöttern geachtet und verehrt wird, wird
sarvaradhya oder "in jeder Hinsicht verehrenswert" genannt. Krsna wird nicht nur
von allen Lebewesen verehrt, einschließlich der großen Halbgötter wie Shiva und Brahma,
sondern auch von VisnuErweiterungen (Formen Gottes) wie Baladeva und Sesa. Baladeva ist
eine unmittelbare Erweiterung Krsnas, aber dennoch erkennt Er Krsna als verehrenswert an.
Im Ersten Canto des Srimad- Bhagavatam, 9. Kapitel, Vers 41, heißt es: "Als Krsna in
der Arena des RajasuyaOpfers erschien, das von Maharaja Yudhisthira vorbereitet worden
war, wurde Krsna für alle Anwesenden, einschließlich der großen Weisen und Halbgötter,
der Mittelpunkt der Bewunderung, und jeder erwies Ihm Achtung."
48. in jeder Hinsicht reich /
Der Besitzer aller Fülle
Krsna birgt alle Füllen in Sich, nämlich Stärke, Reichtum, Ruhm, Schönheit, Wissen und
Entsagung. Als Krsna in Dvaraka lebte, bestand Seine Familie, die als die YaduDynastie
bekannt ist, aus 560 000 000 Mitgliedern. All diese Familienangehörigen waren Krsna sehr
gehorsam und treu ergeben. Mehr als 900 000 große Paläste standen zur Verfügung, um all
diese Menschen zu beherbergen, und jeder in ihnen achtete Krsna als den Höchsten zu
Verehrenden. Gottgeweihte waren von Krsnas Reichtum überwältigt.
49. in jeder Hinsicht
rühmenswert / Für jeden verehrenswert
Jemand, der unter allen bedeutenden Persönlichkeiten das Oberhaupt ist, wird "für
jeden verehrenswert" genannt. Als Krsna in Dvaraka lebte, kamen oft Halbgötter wie
Shiva, Brahma, Indra, der König. des Himmels und viel andere, um Ihn zu besuchen. An
einem sehr regen Tag sagte der Torwächter, der für die Anmeldung dieser Halbgötter
zuständig war: "Mein lieber Brahma und mein lieber Shiva, bitte setzt euch auf diese
Bank und wartet. Mein lieber Indra, bitte unterlasse es, deine Gebete vorzutragen. Es
wirkt störend. Bitte warte leise. Mein lieber Varuna, es ist besser, wenn du ein anderes
Mal wiederkommst. Und meine lieben Halbgötter, bitte vergeudet nicht eure Zeit. Krsna ist
sehr beschäftigt; Er kann euch nicht empfangen!"
50. der höchste Beherrscher /
Der höchster Herrscher
Es gibt zwei Arten von Herrschern oder Herren: jemand, der unabhängig ist, und jemand,
dessen Befehle niemand mißachten kann. In Bezug auf Krsnas vollkommene Unabhängigkeit
und Herrschaft sagt das Srimad-Bhagavatam, daß Krsna Kaliya segnete, indem Er mit Seinen
Lotosfüßen das Haupt der Schlange zeichnete, obwohl Kaliya ein großer Frevler war,
wohingegen Brahma Krsnas Aufmerksamkeit nicht auf sich lenken konnte, obwohl er Ihm in
vielen wunderbaren Versen Gebete darbrachte. Dieses widersprüchliche Verhalten Krsnas ist
Seiner Stellung durchaus würdig, denn in allen vedischen Schriften wird Er als der
vollkommen Unabhängige beschrieben. Am Anfang des Srimad-Bhagavatam (1.1.1) wird der Herr
als svarat bezeichnet, was bedeutet, daß Er völlig unabhängig ist. Das ist die Stellung
der Höchsten Absoluten Wahrheit. Die Absolute Wahrheit ist nicht nur empfindungsfähig,
sondern auch völlig unabhängig.
Daß Krsnas Befehle von niemandem mißachtet werden können, wird im Srimad-Bhagavatam,
Dritter Canto, 2. Kapitel, Vers 21, bestätigt, wo Uddhava zu Vidura sagt: "Sri Krsna
ist der Meister der drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur. Er ist der Genießer
aller Reichtümer, und deshalb gibt es niemanden, der Ihm gleichkommt oder größer ist
als Er." Alle großen Könige und Herrscher pflegten vor Ihn zu treten, ihre Gaben zu
überreichen und Ehrerbietungen darzubringen, wobei ihre Helme die Füße des Herrn
berührten. Ein Gottgeweihter sagte: "Mein lieber Krsna, wenn Du Brahma befiehlst
'Jetzt magst du das Universum erschaffen', und wenn Du Shiva befiehlst 'Jetzt magst du die
materiellen Manifestationen auflösen', bist Du es selbst, der so die materielle
Schöpfung erschafft und auflöst. Einfach durch Deine Befehle und Deine Teilvertretung
als Visnu erhältst Du die Universen. Auf diese Weise, o Krsna, o Feind Kamsas, gibt es
viele Brahmas und Shivas, die nur Deine Befehle ausführen."
Die höchste Persönliche
Gottes besitzt all diese 50 transzendentalen Eigenschaften in Fülle so tief wie das Meer.
Mit anderen Worten, das Ausmaß Seiner Eigenschaften ist unfaßbar. Als untrennbare
Teilchen des Höchsten Herrn können auch die individuellen Lebewesen all diese
Eigenschaften in winzigem Ausmaß besitzen, vorausgesetzt sie werden reine Geweihte des
Herrn. Anders ausgedrückt: Alle oben genannten transzendentalen Eigenschaften können in
den Gottgeweihten nur in winziger Menge vorhanden sein, wohingegen diese Eigenschaften im
Höchsten Persönlichen Gott immer in Fülle zu finden sind. Außer diesen gibt es noch
andere transzendentale Eigenschaften, die Shiva seiner Frau Parvati im Padma Purana
beschreibt und die im Ersten Canto des Srimad- Bhagavatam, 16. Kapitel, Vers 2630, in
einem Gespräch zwischen der Halbgöttin der Erde und dem König der Religion, Dharma,
erwähnt werden.
Es heißt dort: "Personen, die den Wunsch haben, bedeutende Persönlichkeiten zu
werden, müssen mit den folgenden Eigenschaften geschmückt sein: Wahrhaftigkeit,
Sauberkeit, Barmherzigkeit, Ausdauer, Entsagung, Friedfertigkeit, Einfachheit,
Beherrschung der Sinne, Gleichmut des Geistes, Genügsamkeit, Gleichheit, Nachsicht,
Gelassenheit, Gelehrsamkeit, Wissen, Reichtum, Ritterlichkeit, Einflußstärke,
Erinnerungsvermögen, Unabhängigkeit, Feingefühl, Glanz, Geduld, Ungestörtsein,
Gutherzigkeit, Findigkeit, Vornehmheit, Höflichkeit, Entschlossenheit, Energiereichtum,
Wohlergehen, Sprachgewandtheit, Ernst, Stetigkeit, Zuverlässigkeit, Ruhm, Achtbarkeit und
Freiheit von falscher Selbstgefälligkeit."
Personen, die danach streben, große Seelen zu werden, können nicht ohne die
obengenannten Eigenschaften sein; wir können deshalb mit Sicherheit annehmen, daß diese
Eigenschaften auch in Sri Krsna, der Höchsten Seele, zu finden sind. Außer den bisher
aufgeführten 50 Eigenschaften besitzt Sri Krsna 5 weitere, die manchmal zum Teil in
Brahma oder Shiva sichtbar sind. Diese transzendentalen Eigenschaften sind:
51. unwandelbar
Krsna wechselt nicht Seine wesenseigene Stellung, nicht einmal wenn Er in der materiellen
Welt erscheint. Die wesenseigenen spirituellen Positionen gewöhnlicher Lebewesen sind
verdeckt. Die Lebewesen erscheinen in verschiedenen Körpern und handeln entsprechend den
verschiedenen körperlichen Auffassungen vom Leben. Krsna jedoch wechselt Seinen Körper
nicht. Er erscheint in Seinem Ihm eigenen Körper und ist daher nicht durch die
Erscheinungsweisen der materiellen Natur beeinflußt. Im Ersten Canto des Srimad-Bhagavatam,
11. Kapitel, Vers 38, wird gesagt, daß es das besondere Vorrecht des Höchsten Herrschers
ist, daß Er in keiner Weise durch die Erscheinungsweisen der Natur beeinflußt wird.
52. allwissend
Jeder, der die Gefühle aller Personen und alle Ereignisse an allen Orten zu allen Zeiten
kennt, wird als allwissend bezeichnet. Ein schönes Beispiel der allwissenden Eigenschaft
des Herrn findet man im Ersten Canto des Srimad-Bhagavatam, 15. Kapitel, Vers 11, im
Zusammenhang mit Durvasa Munis Besuch in der Waldhütte der Pandavas. Duryodhana entwarf
einen Plan und schickte Durvasa Muni und seine zehntausend Schüler als Gäste zu den
Pandavas, die zu der Zeit im Wald lebten. Duryodhana wollte, daß Durvasa und seine Leute
zu den Pandavas kämen, wenn diese gerade ihr Mittagsmahl beendet hätten, so daß die
Pandavas nicht mehr imstande wären, so viele Gäste zu bewirten. Da Krsna Duryodhanas
Plan kannte, begab Er Sich zu den Pandavas und fragte ihre Gemahlin, Draupadi, ob es ein
Paar Speisereste gebe, die sie Ihm anbieten könne. Draupadi bot Ihm einen Topf an, in dem
ein kleiner Überrest eines Gemüsegerichts lag, und Krsna aß es sogleich. Zur selben
Zeit nahmen all die Weisen, die Durvasa begleiteten, ein Bad im Fluß, und als Krsna
Zufriedenheit empfand, weil Er Draupadis Opferung gegessen hatte, fühlten auch sie sich
zufrieden, und ihr Hunger war gestillt. Weil Durvasa und seine Anhänger nichts mehr zu
essen vermochten, gingen sie fort, ohne zum Haus der Pandavas zu kommen.
53. immer frisch / Ewig frisch
Millionen von Gottgeweihten erinnern sich ständig an Krsna und chanten immerfort Seinen
Namen, doch die Gottgeweihten werden niemals des Chantens überdrüssig. Statt das
Interesse daran zu verlieren, an Krsna zu denken und Seinen heiligen Namen zu chanten,
wird den Gottgeweihten immer wieder neuer Antrieb zur Andacht und zum Chanten gegeben.
Daher ist Krsna ewigfrisch. Nicht nur Krsna Selbst sondern auch Krsnas Wissen ist
ewigfrisch. Die Bhagavadgita, die vor 5 000 Jahren gelehrt wurde, wird noch heute von
vielen Menschen wieder und wieder gelesen, und immer noch findet der Leser neue
Erleuchtung in diesem Buch. Daher sind Krsna und Sein Name, Sein Ruhm, Seine Eigenschaften
und alles was zu Ihm in Beziehung steht ewigfrisch.
54. Saccidanandavigraha /
der Besitz eines ewigen, allwissenden, glückseligen Körpers
Saccidanandavigraha bedeutet, daß Krsnas transzendentaler Körper ewig voller
Wissen und voller Glückseligkeit ist. Sat bedeutet "für alle Zeit und überall
existierend", oder mit anderen Worten "alldurchdringend in Raum und Zeit".
Cit bedeutet "voller Wissen". Krsna bedarf keines Lehrmeisters. Unabhängig
verfügt Er über alles Wissen. Ananda bedeutet "der Speicher aller Freude".
55. im Besitz aller mystischen
Vollkommenheit
Es gibt viele Arten von Vollkommenheiten. Die höchsten materiellen Vollkommenheiten, die
von vollkommenen yogis erreicht werden, sind acht an der Zahl: kleiner als das Kleinste zu
werden, größer als das Größte zu werden und so fort. All diese materiellen
Vollkommenheiten sowie alle spirituellen Vollkommenheiten kann man in vollendeter Form in
Krsnas Persönlichkeit finden.
Krsna besitzt noch 5 weitere
Eigenschaften, die im Körper Narayanas sichtbar sind, und zwar:
56. Er verfügt über
unbegreifliche Kraft
Krsna ist überall gegenwärtig, nicht nur im Universum und nicht nur in den Herzen aller
Lebewesen, sondern auch in jedem Atom. In den Gebeten der Königin Kunti wird diese
unbegreifliche Kraft Krsnas erwähnt. Während Krsna mit Kunti sprach, ging Er
gleichzeitig in den Schoß Uttaras ein, dem durch die Brahmastra Asvatthamas Gefahr
drohte. Krsna kann selbst Brahma und Shiva täuschen, und Er kann alle ergebenen Geweihten
vor den Reaktionen auf sündhafte Handlungen beschützen.
57. unzählige Universen kommen
aus Seinem Körper hervor
Im Zehnten Canto des Srimad-Bhagavatam, 14. Kapitel, Vers 11, sagt Brahma: "Mein
lieber Herr, falsches Ich, Intelligenz, Geist, Himmel, Luft, Feuer, Wasser und Erde sind
die materiellen Bestandteile des Universums, das mit einem gigantischen Topf vergleichbar
ist. In diesem gigantischen Topf ist mein Körper von unbedeutendem Ausmaß. Zwar wurde
eines der vielen Universen von Mir geschaffen, doch kommen unzählige Universen aus den
Poren Deines Körpers hervor, gerade so wie man winzige Staubteilchen im Sonnenlicht
tanzen sieht. Ich denke, daß ich in Deiner Gegenwart sehr, sehr unbedeutend bin, und
deshalb bitte ich Dich um Vergebung. Bitte sei mir barmherzig."
58. Er ist die ursprüngliche
Quelle aller Inkarnationen
Aus dem Srimad-Bhagavatam (1.3.26): "O brahmanas, die Inkarnation des Herrn sind wie
unzählige Bäche, die aus unerschöpflichen Quellen fließen." Im folgenden Vers 27
heißt es: "All die rsis, Manus Halbgötter und Nachkommen Manus, die besondere Macht
besitzen, sind vollständige Teilerweiterungen oder Teile der vollständigen
Teilerweiterungen des Herrn. Dies schließt auch die Prajapatis mit mit ein."
59. Er gewährt den Feinden,
die Er tötet, Befreiung
Die Dämonen, die sich Krsna als Feinde widersetzten, wollten Seine Schlachtreihe
durchbrechen, doch statt dessen starben sie in der Schlacht. Folglich gingen sie in den
Planeten mitra, das heißt den Sonnenplaneten ein, oder, mit anderen Worten, sie gingen in
den BrahmanGlanz ein. Der Sonnenplanet wird hier als Beispiel angeführt, weil die Sonne
ewig leuchtet wie der spirituelle Himmel, in dem unzählige leuchtende VaikunthaPlaneten
schweben. Die Feinde Krsnas wurden getötet, und statt Krsnas Schlachtreihe zu
durchbrechen, gingen sie in die freundliche Atmosphäre des spirituellen Glanzes ein. Das
ist die Barmherzigkeit Krsnas, und deshalb kennt man Ihn als denjenigen, der auch Seine
Feinde befreit.
60. Er wirkt auf befreite
Seelen anziehend
Es gibt viele Beispiele, wie Krsna sogar große befreite Seelen wie Sukadeva Gosvami und
die Kumaras zu Sich hinzog. In diesem Zusammenhang sagten die Kumaras: "Wie wunderbar
ist es, daß wir, die wir völlig befreit sind und keinen Wunsch mehr hegen und auf der
Stufe des paramahamsa stehen, dennoch danach streben, den Geschmack der Spiele von Radha
und Krsna zu kosten."
All diese transzendentalen
Eigenschaften sind wunderbarerweise in der persönlichen Erscheinung Sri Krsnas sichtbar.
Neben diesen 60 transzendentalen Eigenschaften besitzt Krsna 4 weitere, die nicht einmal
in der NarayanaForm Gottes, geschweige denn in den Halbgöttern oder gewöhnlichen
Lebewesen, sichtbar sind. Es sind dies:
61. Er vollbringt wunderbare
Taten und Spiele (besonders Seine Kindheitsspiele)
Im Brhadvamana Purana sagt der Herr: "Ich halte viele berückende Spiele ab, doch
wann immer Ich an den rasalila denke, den Ich mit den gopis vollführe, werde Ich
begierig danach, ihn erneut zu erfahren." Ein Gottgeweihter sprach: "Ich weiß
über Narayana, den Gemahl der Glücksgöttin, und noch viele andere Inkarnationen des
Herrn Bescheid. Gewiß sind all die Spiele solcher Inkarnationen aufregend, aber dennoch
steigern die Spiele des rasalila, den Sri Krsna Selbst vollführte, auf wunderbare Weise
meine transzendentale Freude."
62. Krsna ist von liebenden
Geweihten umringt
Im Zehnten Canto des Srimad-Bhagavatam, 31. Kapitel, Vers 15, klagen die gopis:
"Lieber Krsna, während des Tages, wenn Du mit Deinen Kühen in den Wald von
Vrndavana ziehst, erscheint uns ein Augenblick wie zwölf Jahre, und es fällt uns schwer,
die Zeit zu verbringen. Und wenn Du dann am Ende des Tages zurückkehrst, sind wir vom
Anblick Deines schönen Antlitzes so bezaubert, daß wir nicht anders können, als Dich
unablässig anzuschauen. Wenn wir dann unsere Augenlider nicht mehr ruhig halten können,
verdammen wir den Schöpfer Brahma als einen Dummkopf, weil er nicht weiß, wie man
vollkommene Augen macht!"
63. Er kann durch Sein
Flötenspiel alle Lebewesen in allen Universen zu Sich hinziehen
Im Zehnten Canto des Srimad-Bhagavatam, 35. Kapitel, Vers 15, sagen die gopis zu Mutter
Yasoda: "Wenn dein Sohn auf der Flöte spielt, werden Shiva, Brahma und Indra
verwirrt, obwohl sie als die größten Gelehrten und bedeutendsten Persönlichkeiten
gelten. Obschon sie alle große Persönlichkeiten sind, verneigen sie sich sehr demütig,
wenn sie den Klang von Krsnas Flöte hören und verfallen über das Studium dieses Klanges
in tiefes Nachdenken."
64. Seine Schönheit ist so
köstlich, daß nichts und niemand in der Schöpfung ihr gleichkommen kann
Im Dritten Canto des Srimad-Bhagavatam, 2. Kapitel, Vers 12, sagt Uddhava zu Vidura:
"Mein lieber Herr, Krsnas Gestalt war überaus wunderbar, als Er auf unserem Planeten
erschien und die Kraft Seiner inneren Energie entfaltete. Seine auf wunderbare Weise
bezaubernde Gestalt war während Seiner Spiele auf diesem Planeten gegenwärtig, und durch
Seine innere Kraft entfaltete Er Seine Füllen, die jeden begeisterten. Seine Schönheit
war so einzigartig, daß Er es nicht nötig hatte, Schmuck zu tragen. In der Tat
verschönerte Krsnas Schönheit die Schmuckstücke, statt daß die Schmuckstücke Krsna
verschönerten."
Zählt man diese 4
außergewöhnlichen Eigenschaften Krsnas zu den bisherigen hinzu, kommt man zu dem
Ergebnis, daß Krsna insgesamt 64 Eigenschaften besitzt. Srila Rupa Gosvami hat versucht,
all diese 64 Eigenschaften in der Person des Höchsten Herrn anhand von Quellennachweisen
aus verschiedenen Schriften zu belegen.
Die oben angeführten Verse
beschreiben einige der wunderbaren Freudenspeicher in Krsna sowie die transzendentalen
Eigenschaften Seiner Persönlichkeit. Die transzendentalen Eigenschaften Krsnas werden mit
dem Meer verglichen: Niemand kann die Länge und Breite des Meeres ermessen. Doch so wie
man den Inhalt des Meeres verstehen kann, wenn man nur einen Tropfen untersucht, so werden
uns diese Aussagen ein gewisses Verständnis von Krsnas transzendentaler Stellung und
Seinen transzendentalen Eigenschaften vermitteln.
Im Zehnten Canto des Srimad-Bhagavatam,
14. Kapitel, Vers 29, sagt Brahma: "Mein lieber Herr, die unbegreiflichen
Eigenschaften, Schönheiten und Taten und Spiele, die Du durch Deine Gegenwart auf diesem
Planeten offenbartest, können nicht nach materiellen Maßstäben beurteilt werden. Auch
wenn man sich vorzustellen versucht, daß Krsna vielleicht so sein könnte, ist auch das
unmöglich. Der Tag mag kommen, an dem der materialistische Wissenschaftler nach vielen,
vielen Geburten oder nach vielen, vielen Jahren fähig sein wird, die atomare
Beschaffenheit der ganzen Welt zu ermessen, oder er mag fähig sein, die Atome zu zählen,
die den Himmel durchdringen, oder er mag sogar eine Schätzung aller Atome im Universum
vornehmen, doch er wird niemals fähig sein, die transzendentalen Eigenschaften in Deinem
Speicher transzendentaler Glückseligkeit zu zählen."
Quellen:
"Srimad-Bahgavatam" und "Der Nektar der Hingabe"
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