Mandala, ein besonderer Kreis
Der Begriff Mandala kommt aus dem Sanskrit (Alt-Indisch) und bedeutet soviel wie Kreis. Das Mandala kommt als Symbol in allen Kulturen vor, z.B. bei indianischen Heilungszeremonien. Es wurde häufig in kultischen, esoterischen, mystischen und religiösen Bereichen benutzt, wie z.B. der heiliger Kreis, den Kreis der 12 Apostel, die Ritter der Tafelrunde im Gral, magische Kreise in kultische Zusammenhängen wie Stonehadge, Rosetten in Kathedralen, Rosetten als Fenster. Grundrisse vieler Kirchen sind Mandalas.
Besonders die Tibeter und Inder haben das Mandala als Meditationssymbol verwendet und dem Mandala eine kultische Bedeutung gegeben.
Mandala bewirkt eine innere Ordnung, eine Neuordnung der Persönlichkeit. Alle Wirkungen sind gegenseitig, und nichts wandelt ein anderes, ohne selber gewandelt zu werden. Durch aktives Gestalten kann vermieden werden, vom Unbewußten überwältigt zu werden. Mandalas bannen und beschwören als Zauberkreis die gesetzlosen Mächte der Dunkelheit und bilden eine Ordnung ab, oder erzeugen einen solche Ordnung, welche ein Chaos in einen Kosmos verwandelt. Mandala als malende TätigkeitDer sich mit dem Mandala Beschäftigende entwirft mit dem Mandala eine eigene innere Ordnung, an der sich seine Seele orientieren kann. Mandalas drücken nicht nur Ordnung aus, sondern sie bewirken auch eine.
Mandala-Malen oder Mandala-Betrachten heißt auch in sich hinein horchen, die innere Stimme finden und nicht hier stehen bleiben, sondern sich auf den Weg machen.
In diesem Sinne ist das Herstellen eines Mandala ein heilender Prozess. So verstanden ihn vor allem die Indianer. Das Mandala wirkt wie ein innerer Antrieb zur Entwicklung des menschlichen Bewusstseins auf höhere Werte zu. Es kann helfen, Widerstände und Hindernisse auf dem Weg dorthin wegzuräumen, und allmählich bisherige Grenzen zu überschreiten.
Der Grundgedanke des Mandala-Malens liegt also nicht nur in der äußeren Gestaltung, sondern in der Zentrierung der eigenen psychischen Kräfte, aus der die schöpferischen Energien fließen können. Es hängt vom Malenden ab, welches Symbol er in den Mittelpunkt seiner Versenkung stellen will. Von dieser Wahl hängt alles andere ab, auf diesen Mittelpunkt wird alles bezogen.
Der Mandala-Malende kann sich symbolisch in den Mittelpunkt des Mandala stellen und eröffnet selbst den Weg, der zu seinem Zentrum führt.
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